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DrMenthol

Hate Speech Bann?

110 comments in this topic

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5 hours ago, Gervaltan said:

Und da sind wir schon wieder: offensichtliche Straftaten, wie Beleidigungen und Volksverhetzung, werden zusammen mit der legitimen, aber nicht gewünschten politischen Meinung und der Betrachtung eines Problems aus einem nicht gewünschten Blickwinkel zur nicht definierten Hate-Speech und zu Fake-News vermengt, die es zu verbieten gilt.

 

Ne du, ich vermeng da gar nichts. Ich hab mich doch gar nicht zu ausgelassen, in wie weit, bzw. was, tatsächlich "zensiert" gehört.

Lediglich, daß ganz ohne Prüfung und Grenzen auch nicht der richtige Weg ist.

"Unbequeme" Fragen, Haltungen und Blickwinkeln, bin ich selbst ein Freund von.

Wenn schon bloße Abweichung vom Mainstream einem vermeintlichen "Schutz gegen Hate Speech" zum Opfer fallen würde, ginge das auch mir selbstverständlich zu weit. Da bin ich voll und ganz bei dir.

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3 hours ago, darky_fighter said:

Das Wissen der Menschheit erweitert sich stetig. Die Erde war im Glauben der Menschheit eine Scheibe. Man hat diese Fehlinformation aber nicht dadurch geändert, weil man einen Guru nachgelaufen ist, der seine persönliche Ansicht verbreitet hat. Man hat dies durch klar überprüfbare, objektive Beweise widerlegt. Genau daran erkennt man Fakten. Sie können überprüft werden. Alles andere sind nur Behauptungen. Fakten werden nicht von jemanden definiert und sie sind nicht subjektiv.

Was eine eindeutig und wissenschaftlich unumstößliche falsche Behauptung ist. Nur eine Minderheit der Gelehrten des Mittelalters, um nicht zu sagen nur zwei, vertraten diese Ansicht. Die absolute Mehrheit der Gelehrten ging von einer Kugelform aus und damit auch die Mehrheit der Menschen. Das ist Propaganda der Neuzeit, die versuchte das Mittelalter alt und schäbig aussehen zu lassen, um sich zu erhöhen.

Es gibt noch einiges mehr davon: Ritter die sich in ihren Rüstungen kaum bewegen konnten, oder die blutrünstige Inquisition, die massenhaft Hexen verbrannt hat, oder die Kirche als Feind der Wissenschaft.

Wer sich mit diesen Dingen beschäftigt hat, ärgert sich über derartige Darstellungen, die eben oft propagandistischen Hintergrund haben.

Genau das meinte ich auch in meinen vorherigen Posts. Das sind schlicht und einfach Dinge, die nicht stimmen, aber per Mundpropaganda weitergereicht werden, weil sie allgemein für richtig erachtet werden. Und gerade dann, wenn man es eigentlich besser wissen sollte, ist es umso schlimmer.

 

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17 minutes ago, Flottensachverstaendiger said:

Was eine eindeutig und wissenschaftlich unumstößliche falsche Behauptung ist. Nur eine Minderheit der Gelehrten des Mittelalters, um nicht zu sagen nur zwei, vertraten diese Ansicht.

 

Du quotest mich, schreibst etwas von einer falschen Behauptung und schränkst dann ein, indem du vom Mittelalter schreibst. Wenn du meinen Post liest, dann steht da nichts von einer Zeitangabe. Mir ist durchaus bewusst, dass im Mittelalter schon ein anderer Wissensstand vorhanden war.

 

Sieh dir also noch einmal die Diskussion an:

 

Quote

Und wer definiert was unter Fakten fällt? Die Erde ist eine Scheibe war auch mal Fakt, sieht man schließlich wenn man aus dem Fenster schaut...

 

Es geht also um das Thema Fakten und die Form der Erde wurde als Beispiel gebracht. Darauf habe ich geantwortet:

 

Quote

Das Wissen der Menschheit erweitert sich stetig. Die Erde war im Glauben der Menschheit eine Scheibe. Man hat diese Fehlinformation aber nicht dadurch geändert, weil man einen Guru nachgelaufen ist, der seine persönliche Ansicht verbreitet hat.

 

Es geht hier nicht um eine detaillierte Diskussion um den Wissensstand bezüglich der Erde im Mittelalter und in Zeiten vorher. Das Beispiel und meine Antwort darauf dienten auch einem ganz anderen Zweck. 

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Wann soll denn die Mehrheit Menschen (in Europa) geglaubt haben, die Erde sei eine Scheibe ? Das Beispiel passt einfach nicht in der Art, dass man an ihm zeigen kann, wie bessere Kenntnisse althergebrachte Vorstelllungen verändert haben. An deiner Stelle hätte ich ein neues Beispiel gebildet. Da gibts ja genug.

 

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14 minutes ago, Flottensachverstaendiger said:

Wann soll denn die Mehrheit Menschen (in Europa) geglaubt haben, die Erde sei eine Scheibe ? Das Beispiel passt einfach nicht in der Art, dass man an ihm zeigen kann, wie bessere Kenntnisse althergebrachte Vorstelllungen verändert haben. An deiner Stelle hätte ich ein neues Beispiel gebildet. Da gibts ja genug.

 

 

Das Beispiel habe ich nicht gewählt, aber gerne darauf geantwortet. Das Beispiel ist wie jedes andere Beispiel gut, wenn es darum geht, dass die Wissenschaft "Wissen schafft" und nicht Gurus mit ihren Meinungen.

 

Quote

Die Vorstellung einer flachen Erde (auch: Erdscheibe) findet sich in vielen frühen Kulturen. Die Erdoberfläche wird hierbei als flach und oft in Gestalt einer Erdscheibe gedacht. In gebildeten Kreisen gilt seit der Antike ein Modell des Globus oder der Erdkugel, und Eratosthenes errechnete im 3. Jahrhundert v. Chr. nach präziser Erdmessung den Erdumfang. Der Globus als Erdmodell blieb seitdem die vorherrschende Lehrmeinung im europäischen Mittelalter und in der Neuzeit.

 

Uneinheitliche Scheibenmodelle finden sich in vielen Ursprungsmythen, z. B. in Mesopotamien und bei den frühgriechischen Philosophen Anaximander und Hekataios. Ein Schöpfer oder elementare Naturgewalten (Wasser, Feuer) bilden letztlich die Welt als Insel auf einem Urozean, oft mit den bekannten Weltmeeren verbunden. In einigen Bildern gibt es einen zum Himmel reichenden zentralen Weltenberg und in der iranischen Mythologie ein Ringgebirge Qaf am äußeren Rand der Scheibe.
Im Alten Testament finden sich unter den Varianten älterer Mythen auch Fragmente des mesopotamischen Scheibenbilds, die sich offensichtlich zum Teil widersprechen.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Flache_Erde

 

Die Menschen in Europa vor der Antike gingen demnach von einem falschen Erdmodell aus.

 

Wenn ich es genau betrachte, dann ist das Beispiel in dieser Diskussion jetzt sogar noch besser:

 

Quote

Zur Verbreitung der im 19. Jahrhundert aufgekommenen Legende, der mittelalterliche Mensch habe an eine Scheibengestalt geglaubt, trug die Erzählung "Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus" (1828) von Washington Irving bei.

 

Hier haben wir eine Einzelperson, die mit seiner Schrift von 1828 (!) eher noch dazu beiträgt, dass die Leute in die Irre geführt werden. Das ist auch etwas, was ich vielen Verschwörungstheoretikern vorwerfe. Sie lassen häufig Mythen entstehen, die sich aber dann hartnäckig bei den Leuten halten.

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Dass "frühere Kulturen" die Erde als Scheibe sahen, hast du aber sicher nicht dem Vergleich zugrunde gelegt. Die Ungeeignetheit des Vergleichs bleibt daher auch bestehen, denn ein durchschnittlicher Leser dürfte diesen Bezug wohl kaum herstellen. Die Theorie der flachen Erde wird gemeinhin nämlich dem Mittelalter zugeschrieben.

Die Pest in Europa hätte beispielsweise als Beispiel deinem Anliegen viel besser gedient.

Zumindest hat die Diskussion hierzu einen kleinen Anteil daran, bestehenden Mythen entgegenzuwirken.

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3 hours ago, Flottensachverstaendiger said:

Dass "frühere Kulturen" die Erde als Scheibe sahen, hast du aber sicher nicht dem Vergleich zugrunde gelegt. Die Ungeeignetheit des Vergleichs bleibt daher auch bestehen, denn ein durchschnittlicher Leser dürfte diesen Bezug wohl kaum herstellen. Die Theorie der flachen Erde wird gemeinhin nämlich dem Mittelalter zugeschrieben.

Die Pest in Europa hätte beispielsweise als Beispiel deinem Anliegen viel besser gedient.

Zumindest hat die Diskussion hierzu einen kleinen Anteil daran, bestehenden Mythen entgegenzuwirken.

 

Jetzt muss ich mich hier auch mal kurz einschalten, denn, sorry, jetzt propagierst du Theorien als "unwiderlegbare Fakten", die durchaus seeeeehr strittig sind.

 

Das gemeine Volk hatte de facto keinerlei Zugang zu Bildung und war daher in seinem "Wissen", bis weit in die Aufklärung hinein, maßgeblich von alten Bräuchen und Überlieferungen geprägt. Prägend für das mittelalterliche Europa war dabei noch weit stärker die Überlieferungen aus der germanischen Mythologie, als die des Christentums, geschweige denn antiker Phillosophen und Gelehrter.

Und die germanische Mythologie hatte eine klare "Scheibenvorstellung" von drei übereinander liegenden, eben scheibenförmigen Welten. Später in Form von Hölle unten, Erde in der Mitte und Himmel oben in christliche Vorstellungen übernommen. Wie sehr das geprägt hat, merkt man selbst heute noch, da sich wohl jeder bis heute noch die "Hölle" autmomatisch als einen Ort "unter einem" vorstellt, nicht als örtlich unabhängiges Paralleluniversum oder dergleichen.

Es stimmt zwar, daß selbst die Bibel, wenn man es genau nimmt und richtig interpretiert, im Grunde schon die Erdkugel lehrt, aber es ist ziemlich utopisch anzunehmen, daß diese Lehre auch nur von einem Bruchteil der mittelalterlichen Wald und Wiesen Priester, die sich so gerade aufs Lesen und Schreiben verstanden, auch erkannt, geschweige denn an ihre Schäfchen vermittelt wurde.

Selbst die diversen Päpste habe diesem Teil der Lehre nie sonderliche Beachtung geschenkt (bestenfalls im Hochmittelalter) und auf deren Richtigkeit gepocht und so auch keinen Anstoß daran genommen, daß der eine Herrscher an die Erdkugel glaubte, der nächste wieder an der im Grunde heidnischen Scheibenvorstellung festhielt.

Für das gemeine Volk war die Scheibe gewiss verständlicher, über Jahrhunderte (eher Jahrtausende) so weitergeben und da sich auch absolut niemand darum bemühte, diese Vorstellung großflächig zu ändern, erscheint mir die Theorie, man hätte im Mittelalter doch "allgemein an eine runde Erde geglaubt", doch mehr als fraglich.

 

Ich weiß, daß über das Mittelalter sehr viele "Mythen" kursieren, die im Grunde nur dazu dienen es als dumme und düstere Zeit darzustellen, die es durchaus nicht war. Aber es kursieren leider auch genau so viele glorifizierende Mythen, die jeder Grundlage entbehren, bzw. sehr an den Haaren herbei gezogen sind.

Den Wissenstand der gelehrten Elite auf die Allgemeinheit zu übertragen, ist mMn. einer dieser herbei gezogenen Glorifizierungen. "Hier guckt mal. Die Hildegard von Bingen hat aber..." Ja is klar, die Hildegard von Bingen, kam auch bei jedem Bauern vorbei und hat mit ihm mal über das Erdmodel diskutiert, ihm gleich noch das mit der Anziehungskraft erklärt und warum er nicht runter fällt, obwohl er auf dem Kopf steht und konnte so mit Leichtigkeit jeden einzelnen Bauern, für den es ja sonst auch keine wichtigere Frage im Leben gab, davon überzeugen, daß das klare und einfach verständliche Weltbild, welches er von Eltern und Großeltern mitgegeben bekommen hat, falsch ist.

Das ist THEORIE EINIGER Gelehrter heute, daß dieses Wissen "Allgmeinwissen" gewesen wäre. Ein Beweis für diese Allgemeingültigkeit steht jedoch aus und es gibt viele Gegenbeweise, daß selbst in besser gebildeten Kreisen, die Erdkugel mit Skepsis und keineswegs als anerkannter Fakt betrachtet wurde.


Da würd mich mal interessieren, ob man in fünfhundert Jahren auch lehrt, daß im 21. Jahrhundert, die String Theorie Allgemeinwissen war.

Is ja nu schon lang genug nieder geschrieben, es gibt auch nachweislich genug Menschen die sie verstehen und sogar lehren und die heutige Zeit hat sogar noch den Bonus, daß sich eigentlich jeder mit Leichtigkeit Zugriff darauf verschaffen könnte.

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Und der kleine Mann in den Provinzen, der des Lateinischen nicht mächtig war? Auch er wurde mit dem Wissen um die Erdkugel versorgt, als nach dem 6. Jahrhundert die politischen Führer und Kirchenhäupter der Völkerwanderungsstaaten begannen, Ptolemäus in die Sprachen ihrer Volksstämme zu übersetzen. Alfred der Große etwa erklärte um 850 seinen Angelsachsen, die Erde sei "so kugelförmig wie die Schildbuckel, die an den Schildinnenseiten die Griffknäufe bilden". Und den Spaniern erklärten Philosophen unter Berufung auf Isidor von Sevilla, die Erde sei "rund wie der Ball, mit dem die Jungen auf der Straße spielen".

 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/mittelalter-und-moderne-wie-die-erde-zur-scheibe-wurde-a-381627-2.html

 

Es wird sich sicherlich nicht jeder kleine Mann damals mit der Form der Erde beschäftigt haben, weil es keine Relevanz für seinen Alltag hatte, aber wir können davon ausgehen, dass er nicht von oben herab diesbezüglich belogen wurde und dementsprechend auch das richtige Wissen bekommen hat, wenn ihn das Thema interessiert hat. Anders als bei einem 11 dimensionalen Quantenschaum heute konnte er auch eine schnelle und leicht verständliche Antwort über die Form der Erde von seinem z. B. Geistlichen seines Ortes erhalten. Wenn die Kirche zu diesem Zeitpunkt keine Scheibentheorie mehr vertrat, von wem sollte der kleine Mann sie dann haben?

 

Ich kann den Flottensachverstaendigen verstehen, wenn er darauf hinweist, dass heute falsche Vorstellungen in vielen Köpfen über das Mittelalter herrschen. Aber woher kommen diese Vorstellungen?

 

Quote

Bis in heutige Schulbücher und ins Allgemeinwissen hinein wirkt zum Beispiel die Tradition von Abhandlungen wie Thomas Paines "Age of Reason" von 1794/95 oder Washington Irvings "The Life and Voyages of Christopher Columbus" von 1828. Beide berichteten haarsträubende Unwahrheiten.

 

Da liegt eben das Problem und hier schlage ich die Brücke zum Thema der Verschwörungstheorien, schließlich kann man häufig aus der Geschichte lernen. Es reichen bereits ein paar Einzelpersonen, um flächendeckend Unwahrheiten zu verbreiten.

 

Ich kann den Flottensachverstaendigen allerdings nicht verstehen, wenn er hier generell ein Fass aufmacht und das Beispiel der Erdform als ungeeignet abstempelt. Vielmehr zitiere ich mich selbst, um zum Kern zurückzukommen:

 

Quote

Das Wissen der Menschheit erweitert sich stetig. Die Erde war im Glauben der Menschheit eine Scheibe.

 

Wir haben also in der Geschichte die Abkehr von der Scheibe und das Wissen um die Kugelform (strenggenommen ist sie keine Kugel aufgrund der flachen Pole, nur damit sich jetzt daran niemand aufhängt). Wenn wir heute eine falsche Allgemeinbildung über das Mittelalter haben (Ich habe keine Ahnung darüber, wie viel Prozent der Bevölkerung eine richtige oder eine falsche Vorstellung haben), dann ändert das nichts am Fakt, dass die Menschen heute nicht mehr an eine Scheibe glauben und es eine Zeit damals gab, wo sie es überwiegend geglaubt haben. Vielmehr erweitert sich das Wissen der Menschen um einen zusätzlichen Punkt, wenn durch Threads wie diesen falsche Vorstellungen über das Mittelalter ausgeräumt werden. Das ist aber ein neuer Punkt.

 

So wie die Leute damals die Theorie über die Erdform revidiert haben, müssen wir ggf. revidieren, wann das erfolgt ist. Nur belegt das eben meine obige Aussage, dass sich das Wissen der Menschheit stets erweitert, anstatt im Widerspruch dazu zu stehen.

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3 hours ago, darky_fighter said:

 

Wir haben also in der Geschichte die Abkehr von der Scheibe und das Wissen um die Kugelform (strenggenommen ist sie keine Kugel aufgrund der flachen Pole, nur damit sich jetzt daran niemand aufhängt). Wenn wir heute eine falsche Allgemeinbildung über das Mittelalter haben (Ich habe keine Ahnung darüber, wie viel Prozent der Bevölkerung eine richtige oder eine falsche Vorstellung haben), dann ändert das nichts am Fakt, dass die Menschen heute nicht mehr an eine Scheibe glauben und es eine Zeit damals gab, wo sie es überwiegend geglaubt haben. Vielmehr erweitert sich das Wissen der Menschen um einen zusätzlichen Punkt, wenn durch Threads wie diesen falsche Vorstellungen über das Mittelalter ausgeräumt werden. Das ist aber ein neuer Punkt.

 

So wie die Leute damals die Theorie über die Erdform revidiert haben, müssen wir ggf. revidieren, wann das erfolgt ist. Nur belegt das eben meine obige Aussage, dass sich das Wissen der Menschheit stets erweitert, anstatt im Widerspruch dazu zu stehen.

Da wäre ich mir nicht so sicher.

"In den USA vertrat die Flat Earth Society die Lehre einer scheibenförmigen Erde als einzig konform mit der Bibel. Das Bestehen der Organisation ist jedoch seit dem Tod ihres letzten Präsidenten ungewiss. Webseiten, die sich als zur Flat Earth Society gehörig ausgeben, sind satirisch angelegt. Einige Prominente in den USA sind Anhänger dieser Theorie, wie z. B. Tila Tequila[18] und B.o.B.[19]Seit etwa 2015 erlebt die Theorie von der flachen Erde wieder eine gewisse Verbreitung durch diverse Verschwörungsideologen im Internet.":cap_haloween:

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Das Problem mit dem Beispiel ist nicht, dass es faktisch ungeeignet ist. Es eignet sich aber für eine möglichst plakative Darstellung wenig. Der Mensch hat alle seine Erkenntnisse irgedwann durch Wissenschaft erlangt, und damit alte aufgegeben. Es dürfte alles, was wir heute wissen ein Beispiel dafür sein, wie Wissenschaft fehlerhafte Vorstellungen beseitigt. Insofern ist das eher ein schwaches Argument dafür.

Der Scheibenmythos ist ein sehr bekannts Beispiel für (heute als fehlerhaft gesehene) Vorstellungen über der Menschen des Mittelalters. Gerade deshalb würde ich ihn zu Verdeutlichung nicht in anderem deutlich unbekannterem Kontext bringen. An der generellen Richtigkeit des Vergleichs habe ich durchaus nichts einzuwenden, es gibt eben nur Passendere in meinen Augen.

 

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Versuch mal ganz ohne Emotionen über Dinge zu sprechen die Dich sehr freuen oder sehr Ärgern.

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Juhu der Thread lebt noch! Ich bin es gewohnt, das solche Threads von Mods aus Angst direkt vernichtet werden, also danke dafür. Um mal etwas zum Thema zurück zu führen: stellt euch doch mal vor, nur als Gedankenbeispiel, das der Cheff von WG Anhänger der FlatEarthSoc wäre und deshalb alle Leugner bannen würde. Ist ja schließlich im privatbesitzt, diese ganze Plattform hier.

Ich weiß das ist komplett überzogen aber wenn man liest wie manche politische Ideologen doch ganze Diskussion am liebsten ausmerzen würde weil laut ihnen die Diskussion zB über rassistische Themen schon Rassismus darstellt, dann sind die Ängste vor Zensur mMn mehr als berechtigt.

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@darky_fighter

Der einfache Mann war nicht nur des Latein nicht mächtig, sondern idR. gar keiner Schrifft. Auch die Übersetzungen waren also nicht "für den kleinen Mann" gedacht, sondern ebenfalls für die extrem schmale Oberschicht, die zwar lesen und schreiben konnte, aber auch nur in den seltensten Fällen Latein. Das beherrschte selbst Karl der Große nicht. Im 6 Jhd. war übrigens der größte Teil der Menschen Europas noch Anhänger der nordischen Mythologie.

Wie wenig verbreite das Erdbild als Kugel war, sieht man doch auch daran, dass noch 7 Jahrunderte später, Wissenschaftler neue Abhandlungen über die Erde als Kugel verfassten und sich so um die Verbreitung dieses Wissens in der Oberschicht bemühten.

Denn auch 7 Jahrhunderte später war noch jedes Buch einzig für die Oberschicht, Klerus und Gelehrte gedacht und es hätte sich nun wirklich kein Wissenschaftler mehr mit diesem Thema befasst, wenn es doch seit 7 Jahrhunderten schon zum Allgemeinwissen des kleinen Mannes gehört hätte.

Nuja, soll eigentlich dazu reichen. Die Diskussion ist interessant, aber gehört nicht hier her.

 

@Iskarioth

Nuja, wenn WG Anhänger diese These wäre und deshalb Texte die dies kritisieren in ihrem Forum bannen würde.... Joah, wäre lächerlich, aber völlig legitim und, mal ganz ehrlich, was würde es ändern?

Dann könntest du halt nicht hier darüber schreiben, sondern nur noch auf einer der zig Millionen übrigen Seiten. Du würdest dich vielleicht hier "zensiert" fühlen, aber objektiv wäre deine Meinungsfreiheit davon nicht im mindesten bedroht und der Bildungsstand der Menschheit nu auch nicht gerade.

Da wird meiner Meinung nach zu viel Faß rein aus Prinzip aufgemacht und die "Zensur Gegner" sind da oft genau so Prinzipienreiter, wie die Anhänger des Genderwahn.

"Der hat meinen Text gelöscht! Das ist Zensur!" ist meist doch genau so irrelevant wie "Die haben die Stelle nur für Männer und Frauen ausgeschrieben und nicht darauf hingewiesen, daß auch Männer im Körper einer Frau die sich aber eigentlich als Kängurus fühlen, sich bewerben können!"

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Nun jetzt da wir ja zu wissen glauben dass die Erde eine Scheibe ist, oder wars was anderes :cap_hmm:? Ist der Mond dann aus Käse:cap_wander:?

Die Mondlandung war ja eh gefaket:cap_cool:, also konnten Armstrong und Co das ja auch nicht wissen:cap_like:.

Aber jetzt kommt die ultimative Frage: aus was ist die Sonne? 42 ist ja kein Element, oder:fish_aqua:?

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101010_{{2}}=1\cdot 2^{5}+0\cdot 2^{4}+1\cdot 2^{3}+0\cdot 2^{2}+1\cdot 2^{1}+0\cdot 2^{0}=32+0+8+0+2+0=42 so etwa?

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1 hour ago, God_of_Thunder667 said:

snip

 

Ich weiß nicht ob du da die Macht von FB und Google nicht stark unterschätzt. Wenn beide der gleichen Ideologie folgen und gemeinsam zensieren würden sie Milliarden von Menschen damit manipulieren können.

 

Edit: ich habe vor nicht langer Zeit eien Umfrage in DE gesehen, wieviel Medien die Menschen hier nutzen und wie Vielfältig die Quellen sind auf die sie sich beziehen. Mit blieb die Spucke weg was für ein großer Anteil all seine Informationen quasi ausschließlich aus den ÖR bezogen haben. Leider weiß ich nicht mehr wo ich es gesehen zw gelesen haeb. Aber ich suche mal.

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1 hour ago, Shugal_1 said:

101010_{{2}}=1\cdot 2^{5}+0\cdot 2^{4}+1\cdot 2^{3}+0\cdot 2^{2}+1\cdot 2^{1}+0\cdot 2^{0}=32+0+8+0+2+0=42 so etwa?

Erscheint mir schlüssig:Smile_great:

44 minutes ago, Iskarioth said:

 

Ich weiß nicht ob du da die Macht von FB und Google nicht stark unterschätzt. Wenn beide der gleichen Ideologie folgen und gemeinsam zensieren würden sie Milliarden von Menschen damit manipulieren können.

 

Edit: ich habe vor nicht langer Zeit eien Umfrage in DE gesehen, wieviel Medien die Menschen hier nutzen und wie Vielfältig die Quellen sind auf die sie sich beziehen. Mit blieb die Spucke weg was für ein großer Anteil all seine Informationen quasi ausschließlich aus den ÖR bezogen haben. Leider weiß ich nicht mehr wo ich es gesehen zw gelesen haeb. Aber ich suche mal.

Klar, da hast du schon recht. Wenn sich gerade zwei riesen zusammen tun und eine gemeinsame "Zensur" verfolgen... Gerade die öffentlich rechtlichen sind allerdings ein ganz gutes Bsp., daß das schon lange Realität ist. ARD und ZDF... Also ehrlich, wo unterscheidet sich deren Berichterstattung und die "Färbung" der Beiträge auch nur im geringsten? Ironischer Weise gelten trotzdem gerade diese beiden immer noch für viele als Musterbeispiele der Information...

Naja. Im Netz seh ich diese Gefahr aber tatsächlich als geringer. Denn weder google noch FB haben den Luxus, von einer Zwangsabgabe finanziert zu werden. Sie müssen "Kunden zufrieden stellen" und beide haben nun auch nicht gerade einzigartige, unerreichbare Software die sie so erflogreich machen würde, sondern es stehen in beiden Bereichen eine Vielzahl anderer Anbieter in den Startlöchern, die min. ebenso gute Software und Benutzerfreundlichkeit aufweisen und nur darauf warten, daß die beiden irgend etwas verkehrt machen.

Von daher haben beide Unternehmen durchaus ein gewisses Eigeniteresse daran, sich gegen Zensur, die die mehrzahl der user garantiert negativ aufnehmen würde, zu wehren wo es nur geht.

Da muss man mal die Kirche im Dorf lassen. Wir sehen heute google und FB ja geradezu als Allmächtig und die Medienmächte schlechthin. Aber das waren andere auch schon. Wette wir das in 30 Jahren keiner mehr von ihnen redet?

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9 minutes ago, Alipheese_XV said:

Ist es sexistisch, wenn ich sage, dass ich Brüste mag?

Nur wenn du es auf weibliche Brüste einschränkst. Dann könnten sich männliche und "neutrale" Brüste beanchteiligt fühlen und einen Prozess anstreben:Smile_teethhappy:

  • Cool 1

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Naja zu Google selber gibt es ja schon eine 'Geschichte' was Zensur angeht und die wollen sie ja mit den neuen, extra schwammig formulierten Regeln noch ausweiten. Was Youtube angeht gibt es da ja auch Berichte aus verschiedenen Quellen aber da werden sich manche wohl über diese auslassen deshalb poste ich sie mal lieber nicht. Bei reddit gibt es ja eine endlose Liste, gerade zu google.

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On 10.8.2017 at 1:55 PM, God_of_Thunder667 said:

@darky_fighter

Der einfache Mann war nicht nur des Latein nicht mächtig, sondern idR. gar keiner Schrifft. Auch die Übersetzungen waren also nicht "für den kleinen Mann" gedacht, sondern ebenfalls für die extrem schmale Oberschicht, die zwar lesen und schreiben konnte, aber auch nur in den seltensten Fällen Latein. Das beherrschte selbst Karl der Große nicht. Im 6 Jhd. war übrigens der größte Teil der Menschen Europas noch Anhänger der nordischen Mythologie.

Wie wenig verbreite das Erdbild als Kugel war, sieht man doch auch daran, dass noch 7 Jahrunderte später, Wissenschaftler neue Abhandlungen über die Erde als Kugel verfassten und sich so um die Verbreitung dieses Wissens in der Oberschicht bemühten.

Denn auch 7 Jahrhunderte später war noch jedes Buch einzig für die Oberschicht, Klerus und Gelehrte gedacht und es hätte sich nun wirklich kein Wissenschaftler mehr mit diesem Thema befasst, wenn es doch seit 7 Jahrhunderten schon zum Allgemeinwissen des kleinen Mannes gehört hätte.

Nuja, soll eigentlich dazu reichen. Die Diskussion ist interessant, aber gehört nicht hier her.

Man musste nicht mal schreiben können. Man konnte auch durch vielerlei Symbolik erkennen, dass die Welt gemeinhin als Kugel betrachtet wurde. So stellte der Reichsapfel eine Kugel dar, und nicht eine Platte, und dieses Insignium galt für die weltliche Herrschaft. Das wusste nun wirklich jeder in Europa.

Es ist daher eher gewagt anzunehmen, die Mehrheit der Menschen (der kleine Mann) hätten anderes angenommen. Ich sehe keine derartigen Parallelgesellschaften in diesem Bereich und auch keine Anhaltspunkte, dass es sie gab.

Der Hinweis auf die nordische Mythologie ist deshalb verfehlt, weil der christliche Glaube in vielen Regionen Europas erst neu sich etabieren musste, weshalb es eine Übergangsphase geben musste.

Die Kenntnise über die Form der Erde waren zumindest seit der Antike bekannt und mehrheitlich auch nach dem Untergang des Weströmischen Reiches nicht in Frage gestellt worden.

Das Orbis terrarum dürfte auch darüber hinaus ein bekannter Begriff gewesen sein.

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1 hour ago, Flottensachverstaendiger said:

Man musste nicht mal schreiben können. Man konnte auch durch vielerlei Symbolik erkennen, dass die Welt gemeinhin als Kugel betrachtet wurde. So stellte der Reichsapfel eine Kugel dar, und nicht eine Platte, und dieses Insignium galt für die weltliche Herrschaft. Das wusste nun wirklich jeder in Europa.

Es ist daher eher gewagt anzunehmen, die Mehrheit der Menschen (der kleine Mann) hätten anderes angenommen. Ich sehe keine derartigen Parallelgesellschaften in diesem Bereich und auch keine Anhaltspunkte, dass es sie gab.

Der Hinweis auf die nordische Mythologie ist deshalb verfehlt, weil der christliche Glaube in vielen Regionen Europas erst neu sich etabieren musste, weshalb es eine Übergangsphase geben musste.

Die Kenntnise über die Form der Erde waren zumindest seit der Antike bekannt und mehrheitlich auch nach dem Untergang des Weströmischen Reiches nicht in Frage gestellt worden.

Das Orbis terrarum dürfte auch darüber hinaus ein bekannter Begriff gewesen sein.

Es war so vieles "in der Antike bekannt" und ging nach der Zeit der Völkerwanderung verloren und wurde teils erst im 20. Jhd wieder entdeckt.

Übrigens ist auch in der Antike der Bekanntheitsgrad dieses Wissens sehr anzuzweifeln. Auch die römische und grichische Mythologie lehrte die "Scheibenwelt" und dieser Lehre wurde nicht mal von den Kaisern widersprochen.

Sie sahen keinen Widerspruch darin, einerseits der Wissenschaft die genaue Berechnung des Erdballs zu gestatten, andereseits die Priesterschaft weiterhin das Modell der Erdscheibe auf dem Rücken von Elefanten predigen zu lassen.

An was die diversen Kaiser nun selbst geglaubt haben, lässt sich nicht nachvollziehen, da sich, so weit mir bekannt, trotz ihres gewaltigen Schrifftendragens, nie einer über diese Frage ausgelassen hat.

Eins ist sicher, an einer Weltumrundung hat sich nie einer versucht, obwohl die Technologie dazu da gewesen wäre und ihr Hang neue Ländereien zu finden sonst eigentlich keine Grenzen kannte und keine Kosten und Mühen dafür gescheut wurden.

 

"Ich sehe keine derartigen Parallelgesellschaften in diesem Bereich und auch keine Anhaltspunkte, dass es sie gab."

Ich sehe keinerlei Hinweis, daß irgendwelche Bemühungen um Aufklärung statt gefunden hätten. Im gesamten Mittelalter spielte die Bildung für das "einfach Volk" bei absolut keinem Herrscher auch nur die geringste Rolle.

Selbst in Adleshäusern war die Bildung, daß kann man nu wirklich an schriftlichen Belegen nachvollziehen, idR. erbärmlich. Ganz grundlegende Mathematik, Lesen, Schreiben, so gerade die Nachbarsländer und auswendig lernen von ein paar bekannten Epen und Gedichten, fini.

Dafür 10 Jahre Unterricht wie man Pferde striegelt, Schwerter schwingt, den Schild richtig hält und was davon die Etikette wann erfordert. Das waren die Fächer, die die entscheidende Rolle spielten.

Wie "bekannt" es da war, daß die Reichsinsignien den Erdball darstellen... Naja, der Name "ReichsAPFEL" lässt nu nicht gerade darauf schließen, daß jeder wusste, was das symbolisieren soll.

Der legt eher einen biblischen Bezug nahe und wird von den meisten auch dahinter vermutet worden sein.

 

Ich seh da keine Parallelgesellschaften... Der war gut...

Ich hab auch so meine Probleme mit dem Begriff des "finsteren Mittelalters", aber was das Wissen anging, wars das definitiv. Man wusste in der Antike so verdammt vieles (was übrigens auch bei weitem nicht alles Beachtung zu seiner Zeit fand), was im Mittelater schlicht wieder vergessen war, daß solche "Rückschlüsse" von der einen auf die andere Zeit echt keinen Bestand haben.

Man kannte übrigens im antiken Rom auch schon funktionierende Dampfmaschinen. Fand keine Beachtung, da man keinen Vorteil darin sah, Maschinen zu bauen, was doch auch Sklaven übernehmen können. Es dauerte über 2.000 Jahre, bis dieses Wissen neu entdeckt wurde...

 

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3 hours ago, God_of_Thunder667 said:

Es war so vieles "in der Antike bekannt" und ging nach der Zeit der Völkerwanderung verloren und wurde teils erst im 20. Jhd wieder entdeckt.

Übrigens ist auch in der Antike der Bekanntheitsgrad dieses Wissens sehr anzuzweifeln. Auch die römische und grichische Mythologie lehrte die "Scheibenwelt" und dieser Lehre wurde nicht mal von den Kaisern widersprochen.

Sie sahen keinen Widerspruch darin, einerseits der Wissenschaft die genaue Berechnung des Erdballs zu gestatten, andereseits die Priesterschaft weiterhin das Modell der Erdscheibe auf dem Rücken von Elefanten predigen zu lassen.

An was die diversen Kaiser nun selbst geglaubt haben, lässt sich nicht nachvollziehen, da sich, so weit mir bekannt, trotz ihres gewaltigen Schrifftendragens, nie einer über diese Frage ausgelassen hat.

Eins ist sicher, an einer Weltumrundung hat sich nie einer versucht, obwohl die Technologie dazu da gewesen wäre und ihr Hang neue Ländereien zu finden sonst eigentlich keine Grenzen kannte und keine Kosten und Mühen dafür gescheut wurden.

Das Wissen ging nicht  einfach nach der Zeit der Völkerwanderung komplett "verloren" und wurde später "wiederentdeckt". Das ist die Darstellung der Menschen der Renaissance. Man kann verlorenes Wissen nicht wiederentdecken, wenn es nicht mehr da ist. Man kann nur vergessen, dass es bestimmte Dinge gibt.

Die Kirche hatte das Antike Wissen in Westeuropa in den Klöstern gesammelt und zum Erhalt haben die Mönche immer und immer wieder Abschriften gefertigt.

Es war also nie wirklich (komplett) verloren, zumal auch das Oströmische Reich, sowie die arabischen Fürstentümer weiterhin darauf zurückgriffen und es somit tradierten.

Besonders rege war der Austausch in Grenzländern der Kulturen, wie Sizilien oder Spanien.

Dass der starke Aufschwung der Antike erst sehr spät im 15 und 16 Jahrhundert kam ist wohl darauf zurückzuführen, dass abgeschriebene Bücher vorher unglaublich teuer waren, und

die gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen nicht zuverlässig genug waren.

 

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"Ich sehe keine derartigen Parallelgesellschaften in diesem Bereich und auch keine Anhaltspunkte, dass es sie gab."

Ich sehe keinerlei Hinweis, daß irgendwelche Bemühungen um Aufklärung statt gefunden hätten. Im gesamten Mittelalter spielte die Bildung für das "einfach Volk" bei absolut keinem Herrscher auch nur die geringste Rolle.

Selbst in Adleshäusern war die Bildung, daß kann man nu wirklich an schriftlichen Belegen nachvollziehen, idR. erbärmlich. Ganz grundlegende Mathematik, Lesen, Schreiben, so gerade die Nachbarsländer und auswendig lernen von ein paar bekannten Epen und Gedichten, fini.

Das mag sein, aber jedes Dorf hatte seinen Priester und Geistlichen, den die Bewohner konsultieren konnten. Wenn die Menschen ihn also fragten "Wie sieht denn die Welt aus ?", hätte er wahrscheinlich geantwortet "Sie ist kugelförmig". Insofern finde ich die Vorstellung abwegig, jegliche Erkenntnisse wären den meisten Menschen verschlossen gewesen. Es hätte überhaupt keinen Sinn gemacht dieses Wissen verheimlichen zu wollen.

 

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Dafür 10 Jahre Unterricht wie man Pferde striegelt, Schwerter schwingt, den Schild richtig hält und was davon die Etikette wann erfordert. Das waren die Fächer, die die entscheidende Rolle spielten.

Wie "bekannt" es da war, daß die Reichsinsignien den Erdball darstellen... Naja, der Name "ReichsAPFEL" lässt nu nicht gerade darauf schließen, daß jeder wusste, was das symbolisieren soll.

Der legt eher einen biblischen Bezug nahe und wird von den meisten auch dahinter vermutet worden sein.

Das Ding heißt nur "Reichsapfel", weil es wie ein Apfel aussieht. Die Leute waren nicht dumm, und verstanden schon, dass dies den Anspruch auf die weltliche Macht darstellt.

Wahrscheinlich nannten sie es nicht mal Reichsapfel zu jener Zeit.

 

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Ich seh da keine Parallelgesellschaften... Der war gut...

Ich hab auch so meine Probleme mit dem Begriff des "finsteren Mittelalters", aber was das Wissen anging, wars das definitiv. Man wusste in der Antike so verdammt vieles (was übrigens auch bei weitem nicht alles Beachtung zu seiner Zeit fand), was im Mittelater schlicht wieder vergessen war, daß solche "Rückschlüsse" von der einen auf die andere Zeit echt keinen Bestand haben.

Man kannte übrigens im antiken Rom auch schon funktionierende Dampfmaschinen. Fand keine Beachtung, da man keinen Vorteil darin sah, Maschinen zu bauen, was doch auch Sklaven übernehmen können. Es dauerte über 2.000 Jahre, bis dieses Wissen neu entdeckt wurde...

 

Wie gesagt es gab das Wissen, und es wurde bewahrt so gut es ging. Es kann übrigens nichts vergessen worden sein, weil es dann nicht mehr hätte Wiederentdeckt werden können. Weg ist also weg, und weg war vieles, was aber der Zeit der Umwälzung geschuldet war, als das Weströmische Reich als Ordnugnsmacht wegfiel. Das Wissen in der legendären Bibliothek von Alexandria ging beispielsweise durch einen Brand komplett verloren.

Dieser hohe Verlust ereignete sich allerdings in der Spätantike und nicht im Mittelalter. Es passiert übrigens nicht selten, dass Dinge ins Mittelalter verlagert werden, die eigentlich zeitlich in die Neuzeit oder Antike fallen.

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