Vorab: Dieser mehrteilige Beitrag war zuerst ein Teil des Threats „Matchmaking in der Kritik“   Dort, bei über 400 Seiten, ist er etwas untergegangen bzw. war jedwede Übersichtlichkeit chancenlos. Deswegen jetzt, als eigenes Thema.   Ich bin noch ein ziemlicher Anfänger. Seit März 2020 dabei und ein Kind der Corona-Krise, mit zu viel Zeit zu Hause. Als Gamer nicht unerfahren hatte ich am Anfang eine Winrate von knapp über 40% im Random. Das änderte sich sehr rasant und ich erreichte die 45% in einer ziemlich steilen Lernkurve. Die flachte dann allerdings ab und näherte sich, deutlich gemächlicher, den 47%, also der Grenze des Tomatenbereichs. Tatsächlich hatte ich, in letzter Zeit und tageweise gesehen oft über 60% und war richtig zufrieden mit mir.   Dann kam das letzte Update und mit ihm ein unglaublicher Absturz. 40%, 30% oder an manchen Tagen sogar nur 20% Winrate im Random. Seitdem wurde es nicht besser und meine overall Winrate ging natürlich steil nach unten. Interessanterweise gab es das Problem im Sprint nicht, wirklich nur im Random.   Mein Spiel hat sich sicher nicht so extrem verändert, also muss das Problem an einer anderen Stelle liegen und was liegt näher, als das Matchmaking? Tatsächlich packte ich schon die Alufolie aus und besorgte mir die Bauanleitung für einen Hut. Auf der anderen Seite, bin ich ein Zahlenmensch und das Jonglieren mit Statistiken ist ein wesentlicher Teil meines Berufslebens.   Folgendes bin ich angegangen. Ein neues Schiff auf mittlerer Stufe, eine Schiffsklasse, mit der ich „mittelgut“ für meine Verhältnisse bin (BB New York) und bei dem ich weder gute, noch schlechte Angewohnheiten habe. 100 Randoms, bei denen ich für jedes Team die Durchschnittswerte für Winrate und Schaden hernehme und es damit vergleiche, wer tatsächlich gewinnt. Dabei helfen mir die Tools „Potato-Alert“ und „Matchmaking-Monitor“ aus dem Aslain-Mod-Pack, die diese Werte sauber auswerfen.   Für die Winrates der Teams, addiere ich nicht die Prozentzahlen der Spieler und teile sie durch ihre Anzahl. Das wäre wenig aussagekräftig. Ich betrachte die Anzahl der Matches auf dem jeweils genutzten Schiff mit der dabei erreichten Siegrate. Dank Excel ist das nur eine Fleißaufgabe.   Ich erhoffe mir davon Erkenntnisse, darüber, ob der Matchmaker fair und sauber arbeitet und ob einzelne Spieler (also auch ich) übermäßig benachteiligt werden.      20 Spiele habe ich jetzt. Das ist eine sehr dünne Datendecke, aber erste Tendenzen sind erkennbar.   Sind die einzelnen Spiele unfair? Ja, definitiv, aber so was von! Bei 18 von 20 Spielen, lag die durchschnittliche Winrate der Teams um mehr, als 4 Prozentpunkte auseinander und der Höchstwert lag bei 7% (45 zu 52%).   Gewinnt immer das Team mit der besseren Winrate? Bei 20 Matches kann man noch nicht viel sagen, aber ja, in 18 Fällen gewann das Team mit der besseren, durchschnittlichen Winrate. Lediglich 2 Matches wurden, gegen die Statistik, entschieden. Ausgerechnet die beiden, mit nahezu gleich starken Teams.   Wird man als Spieler tendenziell besseren oder schlechteren Team zugeteilt? Nein. Bei 9 von 20 Matches war das Gegnerteam besser, bei 11 mein eigenes.   Wo stand ich mit meiner 46er Winrate? Meist mittig. Ich war aber auch mal der beste im Team. Allerdings muss man sagen, dass die meisten Matches von tomatenroten und orangen Spielern dominiert werden. Grün oder lila sind nicht unbedingt die vorherrschenden Farben.   Das ganze wirft natürlich Fragen auf, wie z.B was mit dem Einzelspieler und seinem Einfluss auf das Match ist? Könnte man die Spiele auch, nach den Werten auswürfeln? Für Interpretation ist es noch zu früh.   Immerhin kann ich die Alufolie wieder wegpacken. Mein aktuelles Tomatenrot ist ganz offensichtlich mein Verdienst, denn über mehrere Matches hinweg, scheint der MM absolut fair zu sein, wenn schon nicht im einzelnen Spiel.   Ich ziehe das aber dennoch durch. Ich will es halt wissen und denke, dass es auch für andere interessant ist.
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