Angeregt durch die Trägerdiskussionen und vor allem die Diskussion um die Flak, möchte ich bewusst einmal den Schlachtschiffen den Spiegel hinhalten.
Eines der Argumente gegen Träger und auch Zerstörer ist es, dass diese „ungestraft“ angreifen können.
Stimmt eine Asashio oder Shimakaze können „feige“ und aus dem Hinterhalt ihre 20km Torpedos abschicken. Doch dafür müssen sie diese vorgeplant absenden. Ein Torpedo der 20km läuft, hat mehr als genug Zeit vorbeizulaufen und vorher aufgedeckt zu werden. Und selbst wenn die treffen, wurde der Schaden soweit abgesenkt das selbst (m)eine Wladiwostok noch nach sieben Torpedotreffern einer Gearing noch schwamm.
Sehr oft weichen diese schnittigen Schiffe jedoch easy aus. Eine Montana, Yamato, Conquerer bewegen sich so wendig und flink, als wären sie schnittige Motoryachten.
Eine Bourgogne zündet einen „Nachbrenner“ und zieht aus dem Stand ab wie eine Phantom oder eine Hornet. Derartige Beschleunigungswerte hätte ich sehr gern auf meiner Akizuki!
Ein weiteres gern genommenes Argument ist die Fähigkeit zu „strafen“. (Allein diese Begrifflichkeit ist zweifelhaft, aber da sie „gebräuchlich“ ist – ok.)
Nehmen wir noch einmal die Yamato, die hebt eine Zao, Worcester, Hindenburg oder auch Hipper, Edinburgh mit einer einzigen Salve aus 26km! Entfernung aus dem Wasser. Schön, die Montana schafft das nur auf 23km, und die Slava wohl auch nur aus 24km. Und selbst wenn nicht, dann eben mit der Zweiten. Und welche Chance haben die Kreuzer dabei? Keine. Gehst du auf, bist du tod.
Einfache Regel – es sei, du fährst ein Schlachtschiff, weit außerhalb der Reichweite aller anderen. Klar das diese ganzen „Helden“ immer ganz weit hinten stehen.
Die Feuerleistungen der Schlachtschiffe sind auch wirklich enorm. Selbst Zerstörer, die bis auf 2km! an diese Festungen herankommen, werden problemlos mit der Hauptartillerie bekämpft. Es ist wirklich beeindruckend, wieweit die Rohre gesenkt werden können. Unbeachtet der Sekundärartillerie die ab T8 selten unter 6km liegt. Bei der Tirpitz bis auf fast 12km zu skillen ist. Wargaming kann echt mal an eine "No-Main-Gun-Zone" rund um Schlachtschiffe denken. Ab T8 gerne auf 3km gesetzt. (B. Müllenheim-Rechberg schildert, dass die Bismarck am Ende ihre Rohre nicht mehr weit genug absenken konnte um das Feuer zu erwidern.)
Wenn man dann, mit einem Kreuzer nah genug rankommt, an diesen Koloss, kommen die Granaten selten durch. Da bleibt doch nur HE und Feuer, oder Torpedos. Aber halt, die Zahl der Brände wurde für die armen Schlachtschiffe ja eingedämmt, und Flutungsschäden auch reduziert. Somit hat man die Möglichkeiten ein Schlachtschiff zu bekämpfen deutlich reduziert.
Stellt sich die Frage, wozu hat ein Schlachtschiff, welches aus sicherer Entfernung seine vom Kollegen gespottet gehaltenen Ziele bekämpft, überhaupt eine Sekundärbewaffnung? Und was macht dieses Schlachtschiff, wenn es keine Träger, Zerstörer oder Kreuzer gibt, die ihm seine Ziele aufdecken?
Das, sieht man in ganz vielen Spielen sehr deutlich. Am Ende sind sehr oft zwei oder drei Full-HP-Schlachtschiff-Helden noch übrig, die keine Caps erobern, und auch nicht verteidigen.
Dieselben Spieler wollen aber den Kollegen auf den Zerstörern und Kreuzern, welche sie oft genug im Stich gelassen haben, erklären was die alles falsch gemacht haben. Na Danke. Zu wenige Spieler, setzen wirklich den HP-Pool ihrer Schiffe ein, um ihr Team vorne zu unterstützten, indem sie Tanken und Feuer auf sich nehmen. Und wenn es dann Einzelne doch durchziehen, werden die allein im Kreuzfeuer zusammen geschossen.
Schon klar, dass die Schlachtschifffahrer die Träger nicht sonderlich schätzen. Einer 12 bis 25 Sekunden lang anfliegenden Salve aus 26km Entfernung kann man halt einfacher ausweichen, als einer Staffel Torpedobomber oder Schlachtflieger.
Kommen wir zum Spielerskill. Es braucht in diesem Spiel deutlich mehr Skill, einen Träger, einen Kreuzer und einen Zerstörer effektiv einzusetzen, als ein Schlachtschiff. Eine Yamato die in einem Spiel nur 100000 Schaden erzeugt, hat sicher nicht ihr Soll erfüllt. Selbst mit 300000 Punkten wäre ich da nicht überzeugt, ohne die Information des potenziellen Schadens, der Verteidigungspunkte und des vorhandenen HP-Wertes.
Liebe Schlachtschiffspieler, überlegt mal ganz ehrlich ob ihr nicht die OP-Pötte spielt, meist von zu weit hinten, um eure Mates sinnvoll unterstützen zu können und Wargaming nicht allgemein den Schlachtschiffen zu sehr die Nase pudert. Denn irgendwie, wurden alle Schiffsklassen - die Schlachtschiffen gefährlich werden konnten extrem beschnitten.